Halli Hallo aus China,

ja, ich bin mitlerweile in China angekommen und sitze hier in einem lauten
und krachenden Internetcafe in Jinghong im Sueden Chinas. Es ist eine
komplette Umstellung, aber der Reihe nach: In den letzten 10 Tagen ist so unglaublich
viel passiert, hier die Highlights:

- Lichterbootenfest in Loang Prabang auf dem Mekong Fluss
- Wasserfall bei Loang Prabang
- Einladung in ein kleines Dorf Namens Ban Nakhon vor Nuang Kiaw
- Operation eines verletzten Hundes in Ban Nakhon
- Hoehle bei Nong Kiaw
- Hots Springs in Vien Thon
- Plain of Jars, ein Raetsel in Phonsavanh

Der Reihe nach:
Am 3. Oktober, letzten Mittwoch war in Loang Prabang ein unglaublich
schoenes Festival mit Lichterkerzen auf Bambusbooten im Mekong. Die Menschen dort
haben riesige Boote zusammengebastelt, eins schoener als das andere, bestimmt
so um die 20 Boote jeweils von einer bestimmten Gegend. Die Menge hat getobt
und die Stimmung war einmalig. Gefeiert wurde das Ende einer 90 taegigen
Fastenzeit der Moenche. In dieser Zeit duerfen sie ihren Tempel nur fuer den
Unterricht und fuer Einkaeufe verlassen, essen und schlafen muessen sie in ihrem
eigenen Tempel. Loang Prabang besteht eigentlich fast nur aus Tempeln, deshalb
is es auch ein World Heritage!

Nach Loang Prabang mit seinen Tempeln und dem genialen Kuang Si Wasserfal,
habe ich mich mit einem Pick Up Truck auf den Weg nach Nord Ost nach Nong Kiaw
gemacht. Mit mir ist auch ein netter Laote (Laosianer oder wie auch immer)
Boua gereist. Er wollte seine Schwester besuchen und hatte mich dazu
eingeladen. Ich habe nicht lange nachgedacht und bin mit ihm in einem super kleinen
Dorf mitten im Reisfeld ausgestiegen und habe dort 3 Tage gelebt wie jeder
andere dort auch. Das heisst das gleiche gegessen (jetzt bringt mich eigentlich
nichts mehr um!), mit ihnen im Fluss gewaschen, im gleichen Raum geschlafen
und mit aufs Feld! Einmaliges Erlebnis. Naeher konnte ich den Locals nicht
sein. Der Hund Damm der Familie wurde drei Tage vorher von einem Wildschwein
angefallen und hatte eine boese Wunde am Bein. Es waren schon die Wuermer im
Fleisch. Und irgendwie hat sich rauskristallisiert, das ich dem Hund das tote
Fleisch abschneiden soll. Ich war ganz schoen aufgeregt, aber meine langjaehrige
Efahrung als eingefleischter Emergency Room Fehrnsehschauer konnte ich jetzt
gut brauchen!? Mit frischer Rasierklinge und 3 Helfern, die Damm
festgehalten haben, habe ich dann die Wunde gereinigt, Fleisch abgeschnitten und die
Wuermer aus der Wunde rausgepopelt. Mein Freund Boua hat neben mir fast gekotzt!
War schon ein eigenes Erlebnis! Das Dorf hatte von 7 bis 9 abens Strom fuer
eine Lampe im grossen Raum, mehr war nicht drin.

Vom Dorf giengs dann nach Non Kiaw, ein Dorf umgeben von unglaublich
schoenen Bergen und Gegenden. Die Umgebung hat mich total an Bolivien erinnert, auch
die Menschen sehen den Bolivianern ein wenig aehnlich. 
Ich bin dort zu iner Hoele gewandert, in der die Eineimischen sich versteckt
und gelebt haben waerend des Indochinakriegs. Unglaublich, da liegen jetzt
noch Monitionshuelsen und entschaerfte Minen rum.

In Nong Kiaw habe ich mich einer witzigen Gruppe aus aller Welt
angeschlossen, um nach Phon Savanh zu kommen, wo die beruehmten Steintoepfe sind. Niemand
wusste so genau, wie man da hinkommt und wie lange das dauert. Die 12
Stunden, von denen die Rede waren, waren total falsch. Wir mussten auf halber
STrecke in Vien Thon uebernachten. Dort haben wir ein Australier getroffen, der
und von einer Heissen Quelle in der Umgebung erzaehlte. Da es schon dunkel war,
war es ein wenig unheimlich und es haben sich mir nur zwei weitere
angeschlossen in der Dunkelheit hinzuwandern. Aber das war es echt wert: Ihr koennt
uch vorstellen, drei nackte Maenner bei Mondschein unter Bambusstaeben sitzend,
aus denen wunderbar heisses Wasser kam. Vermutlich haben sich die
einheimischen Maedels hinter den Bueschen versteckt und sich totgelacht. Vielleicht
waren es aber auch nur meine Vorstellung...
Am naechsten morgen giengs dann per Bus weiter der eigentlich zwischen 7 und
9 abfahren sollte, aber schon um 6 Uhr abfuhr. In Laos muss man da ein wenig
flexibel sein!

Der Bus ist direkt nach Phon Savanh in der Xien Khuan Privinz gefahren, eine
weitere 10 Stunden Fahrt. Die Xien Khuan Provinz im Nord Osten von Laos ist
die am staerksten boimbardierte Gegend weltweit. Es liegen noch hunderte
Bomben in den Waeldern, die nicht in die Luft gegangen sind. Daenen, Francosen
und Deutsche Helfer versuchen diese Bomben zu entschaerfen. Die Einheimischen
nutzen die Bumbenschafte als Hauspfeiler, Gartenzaeune und zum Teil werden sie
ironisacherweise sogar in Tempeln als Gongs verwendet, absolut krass.

Die Plain of Jars, Steinkrugebenen sind bis heute ein Raetsel. Steinkruege
von bis ueber 2 Metern Durchmesser liegen verstreut auf verschiedenen Wiesen
rum. Es wird vermutet, das es eine Art Saerge sind, Genaues weiss man aber
nicht. Die Kruege sind 2500 bis 1500 Jahre alt. Die Umgebung hat mich total an
das Allgaeu erinnert: Gruene Wiesen mit (in diesem Fall) Wasserbueffeln und
wunderschoenen Bergen drumherum.

Von Phon Savanh giengs in einem Bus und Truck Marathon bis nach China. Ich
war jetzt 3 Tage und teilweise bis in die Nacht unterwegs und bin bis hier
eigentlich nur durchgerauscht. Jetzt werde ich mich hier erst mal ausruhen.

Laos ist auf jeden Fall eines der Highlights meiner Weltreise! Die Menschen
dort sind unglaublich liebenswert und hilfsbereit. Wenn man sie anlaechelt
kommt immer ein Laecheln zurueck! Ein jammer, das ich weiter musste, aber das
habe ich auf diesem Trip schon oft gesagt und immer wieder wurde ich dafuer
belohnt!!!!!!!!!!!! Jetzt freu ich mich auf China, was sicher ganz anders wird
als ich mir das vorgestellt habe. Hier tobt der Baer um mich. Alles ist viel
technologischer und weiterentwickelt als in Laos, wo es im Norden keinen
Strom und kein Telefon gibt, von Internet ganz zu schweigen. Ich frage mich, wie
es dort in 10 oder 20 Jahren sein wird und ob der Fortschritt die Menschen
veraendern wird?

So genug!

Bis bald...

Euer Christoph aus China...