Haloelle,
mitlerweile habe ich die 3. Nacht hier in Sucre erlebt und so langsam habe
ich ein Eindruck. Diese Stadt zeigt die Armut Boliviens auf eine ganz
besondere Weise: Sucre ist nicht die officielle Hauptsadt von Bolivien, aber alle
Regierungsgeschaefte werden wohl von hier abgewickelt. Dadurch ist Sucre in
einer relativ guten Position. Im Zentrum hat es Bars, Restaurants, Pizzarias und
so weiter. SChaut man rein, sitzt da immer logischerweise die High Society,
also im Grunde kein Unterschied zu Deutschland. Aber man sieht die Armut
sobald man dieses Zentrum (1km Durchmesser) verlaesst. Die Kinder arbeiten auf der
Strasse, Muetter heben ihre Kinder den Reichen hin, da die Kinder den
Geldbeutel lockern und Mitleid wecken.
Ich wohne gegenueber von der Markthalle, und dort gibt es im oberen Geschoss
die Moeglichkeit, fuer 50 Pf eine Suppe oder fuer 2 Mark ein richtiges Essen
zu bekommen. Das koennen sich dann auch arme Menschen leisten. Es ist aber
nicht ausschliesslich fuer Arme, jeder kann da Fruestucken oder ein Kaeffchen
trinken, oder was essen. Allerdings sollte man einen stabielen Magen habe und
nicht empfindlich sein. Denn mit der Kaffeteria im Breuningerland kann man
das nicht vergleichen. Das Gesundheitsamt wuerde so einen Ort auf der Stelle
schliessen und unter Karantaene stellen, denke ich. Bolivien ist definitiv das
aermste Land, das ich je gesehen habe. Jedesmal, wenn ich in so eine Bar
gehe, da wo man sich halt so trifft, habe ich ein ganz komisches Gefuehl. Das
passt irgendwie alles nicht so richtig zusammen. Gestern bin ich dann in eine
Disko eingeladen worden. Aber dass war dann irgendwie der falsche Film und ich
habe abgesagt!
Gestern habe ich durch "Zufall" in einem kleinen Cafe gefruestueckt, dass
von Behinderten betrieben wird. Unterstuetzt wird das ganze von einem deutschen
Verein und dort arbeitet auch eine sehr nette Deutsche. Mal sehn ob ich
naeher mit diesen Menschen in Kontakt kommen kann.
Morgen ist in Tambuco 60 km von hier ein Traditionelles Fest, da werden wir
wohl hinfahren. Am Montag moechte ich dann weiter nach Potosi, die hoechste
Stadt der Welt.
Meinem Magen und mir gehts wieder praechtig, alles wieder in Ordnung. Jetzt
muss ich nur wieder ein bisschen mehr Fleisch auf die Knochen bekommen. Das
Essen hier scheint mir nicht so gesund und ausgewogen zu sein. Viel Fleisch
und Kartoffeln und Reis, aber wenig gesundes Gemuese. Aber auf dem Markt gibt
es gute Fruechte. Ueberhaupt habe ich den Eindruck, als ernaehren sich die
Asiaten viel gesuender als die Suedamerikaner, aus meiner Sicht.
Hier regnet es immer wieder, dieses Wetter erinnert mich an London, aber die
Regenzeit ist so gut wie vorbei.
Also das aml von hier....
Liebe Gruessle vom Christoph.
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