Halloele Freunde,
heute Vormittag war ich in einer Silbermiene. Die Arbeiter arbeiten ohne
Pressluftwerkzeug, also nur mit Hammer und Meisel. Und ab und zu wird mit
Dynamit gesprengt. Die Schachte sind nicht stabilisiert also recht gefaehrlich.
Trotzdem verdienen die Arbeiter ca. 15 Mark am Tag. Unglaublich.
Potosi ist 4007 Meter ueber dem Meeresspiegel und ist damit die hoechste
Stadt der Welt. Das merkt man beim Atmen gewaltig. Jason aus England hat mich
hierher begleitet und wir hatten beide unsere Schwierigkeiten mit dem Atmen.
Man geht eine Treppe hoch und muss oben erst mal Pause machen, echt abgefahren.
Potosi war einst eine unglaublich reiche Stadt, Zigtausend Tonnen Silber
wurden hier geschuerft, aber das gieng alles nach Spanien, Portugal und
sonstiges heutiges Europa. Jetzt ist diese Stadt recht arm und haelt sich mit dem
restlichen Silber, Zinn und Blei und dem Tourismus ueber Wasser.
Hier ist es recht frisch, Nachts auch arschkalt! Ich bin froh ueber meinen
Daunenschlafsack. Aber sobald die Sonne rauskommt wird es sofort richtig
gemuehtlich.
Morgen gehts weiter nach Salar de Uyuni, eine Stadt im nirgendwo, 350 km
westlich von hier. Von dort werde ich versuchen, mir diese Salzwueste
anzuschauen. Kaine ahnung, ob es in diesem Dorf Internet gibt, also keine Sorgen
machen!
Hier ist es recht schwierig was ordentliches zum Essen zu finden. Ich kann
Haehnchen mit Reis, Pommes und Nudeln langsam nicht mehr sehn.Ich verstehe gar
nicht, warum die hier nichts anderes auf die Reihe bekommen.
Jason begleitet mich seit Samaipata, also schon ca. eine Woche. Ist mal ganz
nett, dass Zimmer mit jemandem zu teilen und zusammen loszuziehen. Aber er
wird jetzt zurueck nach Rio in Brasilien reisen und ich weiter nach Westen.
Sodele, das erst mal aus der hoechsten Stadt der Welt....
Liebe Gruessle vom Christoph.
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